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Das Rauchverbot wird in der Steiermark wie überall weitgehend mißachtet. Das ist nicht verwunderlich, sind ja weder das Gesetz noch die Strafbestimmungen in Österreich dazu angetan, für Nichtraucherschutz zu sorgen. Im Folgenden einige gute und schlechte Beispiele. Ach was, eigentlich ist es ein offener Brief aus der Steiermark an die Legislative ;-)

20100618 murpark gotthard 0061b

Raucherbereich sperrangelweit geöffnet

Einkaufszentren
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Nach einigen Anfangsproblemen scheint die Shopping City Seiersberg nun gesetzeskonform zu sein; kein Rauchen in den Lokalen, dafür Raucher-Lounges für die Drogensüchtigen.

Im Murpark hingegen hat das Café Gotthard zwar umgebaut (Glaswände), diese aber vollständig geöffnet, sodaß die Raucher direkt neben dem Mittelgang ohne jede Abtrennung rauchen.

Im Shopping Center West gibt es glaswand-abgetrennte Lokale, aber die Türen stehen sperrangelweit offen, denn auch Raucher brauchen Luft bzw. wie sollen die Kellner sonst das Essen herausbringen ... Das hat natürlich den Effekt des NichtraucherNICHTschutzes im Nichtraucher- und im ganzen Gangbereich.

LokaleBearbeiten

Es gibt in Graz genau 13 rauchfreie Lokale (www.dastinktsnet.at); rund um die Universität ist es geradezu schockierend -- man ist stolz darauf, nur Raucherbereiche zu haben, so lange es nur geht ("Wir haben einen Antrag gestellt!", freudestrahlt einem da die Kellnerin entgegen, wenn man nach dem Nichtraucherbereich fragt). Wenn es hoch kommt, gibt es einen nichtabgetrennten Nichtraucherbereich. In einem Lokal, dessen Name mir entfallen ist, sitzt der Patron direkt vor dem nichtabgetrennten Nichtraucherraum und raucht ... Und auf den Hinweis der mangelnden Abtrennung reagiert die Kellnerin mit einem schmissigen "Schwanger sind sie aber nicht?" Es ist sehr schade, daß die meisten Menschen keine Ahnung haben, was sie hier verteidigen.

Nach österreichischen Maßstäben gut ist das Restaurant Braun de Praun; es ist nicht luftdicht im engeren Sinn, aber sie haben den größeren und schöneren Teil ihres Lokals für Nichtraucher reserviert. Im Garten ist man natürlich den Rauchern ausgeliefert -- aber soweit gingen ja nichtmal andere Länder ;-)

Am Land ist das Verständnis nicht immer gegeben. In Liezen am Hauptplatz hat ein Lokal sogar Aschenbecher am Pissoir :-D Keine Sekunde ohne Gift.

Bars und DiskosBearbeiten

... haben noch nie vom Tabakgesetz gehört :-D Das Beste ist das Bollwerk, dort gibt es am Eingang Raucherlaubnisschilder von ca. 1 Quadratmeter Größe. Wenn es nicht traurig wäre, wäre es zum Lachen.

UniversitätenBearbeiten

Die Karl-Franzens-Universität Graz tut sich schwer mit dem totalen Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden. Nur sehr sehr sehr langsam werden ab und zu Maßnahmen gesetzt. Alle Lokale am Campus sind Raucherlokale. Die Möglichkeit der Einrichtungen von Raucherlounges hat man "elegant" gelöst: In "Büros ohne Parteienverkehr" darf (per Rundschreiben, in der Hausordnung steht das nicht) geraucht werden. Dies widerspricht dem Gesetz natürlich: Solche Räume sind nicht gekennzeichnet, nicht immer luftdicht abgeschlossen gegen Nebenräume, und überhaupt: Wann ist ein Büro eigentlich "ohne Parteienverkehr"? Darf man mit Rauchern nicht mehr sprechen? Wir wissen, diese Rechtsauslegung haben sich auch andere schon zurechtgelegt, und so kann man immer noch sagen, die anderen hätten das auch so gehandhabt. Es gibt auch Fortschritte, der teilüberdachte Hof im Wallgebäude wurde vor Kurzem für "komplett rauchfrei" erklärt; nach einer weiteren Intervention galt das dann sogar für den Gastgarten im selben Hof ;-) Auch wenn man für die Durchsetzung selbst sorgen mußte -- das war eine große Verbesserung. Was man leider an der Universität nicht versteht: Mit Raucherbüros und Rauchersekretariaten und Rauchern in allen Eingangsbereichen raucht man dennoch unausweichlich mehrmals täglich passiv; und wenn man eine Universität ist, sollte man Aufklärung betreiben und Entzugsseminare anbieten, etc.. Denn abgesehen vom Verbot gibt es ein soziales Problem: die Süchtigen, die Hilfe brauchen.

In der Vorklinik der Medizinischen Universität Graz ist die Lage anscheinend gut. Es gibt auch Plakate, die zusätzlich auf die Einhaltung des Rauchverbots drängen.

Bahnhof GrazBearbeiten

Am Bahnsteig gibt es nichtabgetrennte "Raucherzonen"; die Raucher entfernen sich beliebig weit von diesen Aschenbechern, kurz, am Bahnsteig wird geraucht. Jede Art von Rauchangebot bedeutet die vollständige Mißachtung der Rechte der gesunden Mehrheit.

SchlußwortBearbeiten

Das Problem liegt natürlich nicht in einzelnen Institutionen und Lokalen. Das Problem liegt in einem scheinheiligen Gesetz und einer absurden Rechtskonstruktion sowie einer großteils desinformierten Öffentlichkeit -- und in einer schweren Drogenerkrankung, die man nicht als solche erkennt.

Politisch liegt, entgegen der offiziellen Propagandaverlautbarungen, kein Wille zur Eindämmung der Tabakepidemie vor. Eine Kampagne, die Rauchen für "uncool", "ung'sund" etc. erklärt, beschönigt (!) die Lage ja. Rauchen ist nicht "uncool" oder "schlecht für Kinder", sondern es ist eine für alle Menschen (besonders bei vorgeschädigtem Kreislauf) lebensgefährliche Freisetzung von Giftgasen und Feinstäuben und bringt bei allervorsichtigster Schätzung pro Jahr in Österreich mehr als 1000 Nichtraucher ins Grab. Abgesehen davon ist es schmerzhaft und respektlos/unverschämt.

Eine Bestrafung von Lokalen trifft außerdem die falschen Leute -- die haben doch keine Wahl in dieser gesetzlichen Lage (Apartheid-Politik). Außerdem ist die Praxis der Bestrafung so angelegt, daß derlei möglichst gar nicht stattfindet. Den meisten Menschen ist die Mühsal einer Anzeige (wohin überhaupt?) ohne Aussicht auf Erfolg (bleibt eh liegen) zu dumm, daher kann man die wenigen Aktivisten, die das wirklich tun, getrost als "nur wenige Störenfriede" ansehen. Eine schweigende Mehrheit ist im Stillen verärgert oder versucht, den Mißstand einfach zu übersehen. Das zeigt sich in Umfragen. Absolut alle, von den Verantwortlichen bis hin zum unbeteiligten Bürger, leiden unter diesem Gesetz.

Drogensüchtige brauchen Hilfe, nicht (nur) Verbote. Sie sollten sozial gezwungen werden, sich mit ihrem Problem auseinanderzusetzen und nicht anderen ihr Problem aufzuzwingen. Wenn, wie Herr Minister Stöger sagt, Nichtrauchen "die gesellschaftliche Norm ist", dann sollte es auch Gesetze geben, die dies zum Ausdruck bringen :-D

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